Hohe Kugel

22. Oktober 2016

Der Herbstwind lockt auf 1645 m hinauf

 

The Mountain is calling and I must go. Die letzten warmen und vorallem schneefreien Tage, laden uns zu einer wunderschönen Wanderung auf die Hohe Kugel ein. . Die Berge sind für mich eine Reise für die Seele und ein Ausflug in die magische Welt.

Der Fahrtweg führt hinauf nach Ebnit und allein diese besondere Anfahrt ist eine Reise wert. Eine schmale Straße windet sich durch die Wälder und Felsen, gefolgt von engen und tropfenden Tunnels. Links gehen steile Felswände nach oben und darunter schlängelt sich ein kleiner Fluss – es riecht nach Abenteuer.

Der Schilderwald lässt erahnen, hier oben ist die Welt nicht zuende, hier ist der Beginn der magischen Welt, den Orten der Stille, der Ruhe und des Ursprungs. Wir wollen hoch. Es beginnt steil und unspektakulär auf einem Güterweg aber bereits nach 30 Minuten ist der Autolärm und der Trubel der Zivilisation passé. Auf dem ersten Plateau grasen die Ziegen zufrieden auf Ihrer Weide und Kühe und Esel teilen sich ein Revier im Schatten des Strahlkopfes. Ja, hier scheint die Welt sehr zufrieden. Die Hohe Kugel ist noch nicht vor Augen aber das Ende des Güterwegs. Endlich – es ist soweit, es geht hinein in die wilde Natur. Kleine Wurzelwege und felsige Pfade treiben die ersten Schweißperlen auf die Stirn. Es duftet herrlich nach frischen Pilzen und die letzten Mücken tanzen um die Bäume. Die Sonne gibt ihr Bestes sich durch den Hochnebel zu drücken aber noch hat sie es nicht geschafft. Da, eine Elfe, es muss eine Elfe sein, die hinter den großen Bäumen auf den Wurzeln hockt. Wie im Traumland sieht es weiter oben aus, wie in einem surrealen Film à la Alice im Wunderland. Die Gedanken sind frei und die Fantasie hat die Oberhand gewonnen. Nur die ersten Stiche in den Waden senden das Zeichen der zurückgelegten Höhenmeter und nach einer guten Stunde Krakseln, ist das nächste Plateau erreicht.

Erste Blicke in die Ferne und zarte Sonnenstrahlen auf dem schweißgebateten Gesicht- jawohl wir sind weit oben. Über eine freie Wiese folgen wir dem Pfad vorbei an Pferden. Wildpferde wie bei Yakari, ich glaube wir sind wirklich in das Land der Filme eingetaucht. Ein wunderbarer Blick auf den Säntis, der den Bodensee gar touchiert, wird gekreuzt von einem knatternden Kleinflugzeug. Ein Heißluftballon scheint gar greifbar und das Gipfelkreuz ist in nahe Ferne gerückt. Es sind große Ameisen in bunten Daunenjacken sichtbar, laut schwazend und mit Selfisticks bewaffnet, wir sind für eine kurze Zeit nicht mehr allein – wir sind auf dem Gipfel. Die Hohe Kugel, Sie eröffnet tiefe Blicke in die Bergwelt, erste schneebedeckte Spitzen glitzern in der Ferne. Letzte Kühe wandern hinab ins Tal und die Almen werden winterfest gemacht. Die bereits verblassten Wiesen und die bunt-schillernden Bäume bilden eine wundervolle Herbstkulisse. Wir tauchen ein in diese Kulisse, hinab über steile Wiesen und hinein in einsame Wälder.

Rauschende Bäche begleiten unseren Weg durch die Natur. Ein einsamer Gesell mit rotem Hut und weißem Bein strahlt mir entgegen, ein Fliegenpilz. Die Natur wird wieder voller, Laubbäume nehmen zu und auch die bunten Ameisen quälen sich die Pfade hinauf. In der Ferne ertönt eine Motorsäge und pünktlich zur Mittagszeit röhrt die Sirene durchs Tal. Zivilisation wir haben dich wieder. Ein letzter Halt unter einem rotgefärbten Baum, mit Blick auf das Gipfelkreuz holt mich langsam wieder zurück. Doch ein Blick auf die anschließende, endlose Bergkette verspricht mir bald wieder oben, in der magischen Welt der Berge, zu sein. 

Die Route findet ihr hier…

 

www.vierzigneunzig.de